Der erste Eindruck ist immer der Entscheidende. Denn gerade wenn es um einen neuen Job geht, sind sowohl das eigene Erscheinungsbild, die Umgangsformen und vor allem die Sprache ausschlaggebend über den weiteren beruflichen Werdegang.

Erst im Sommer musste ich mich wieder in einem Bewerbungsgespräch beweisen und konnte mein durch Toastmasters gesammeltes Wissen und die erlernten Fähigkeiten erfolgreich anwenden.

Doch gehen wir erst einmal ein paar Schritte zurück.

Meinen ersten Kontakt mit den Frankfurt (Oder) Toastmasters hatte ich durch meinen Cousin im März 2015. Wir hatten uns etwas aus den Augen verloren und Dank des sozialen Netzwerks Xing standen wir wieder in Kontakt. Eines Abends schrieb mich mein Vetter an, ob ich denn nicht Lust hätte, auf einen Besuch zum Treffen der Frankfurt (Oder) Toastmasters vorbei zu kommen? Da mich die Kunst der Rhetorik schon immer fasziniert hat und ich während meines Studiums erste Erfahrungen im Freien Reden vor Publikum gesammelt habe, ging ich hin.

Am Abend der Veranstaltung traf ich im Restaurant Schroffensteins im Kleist Forum gleich auf eine sehr aufgeschlossene und freundliche Gruppierung. Jürgen, der designierte Präsident der Frankfurt (Oder) Toastmasters, nahm mich persönlich in Empfang und zur besseren Verständigung erhielt ich gleich ein Namensschild. Die Spannung stieg in mir, als es losging. Nachdem Jürgen den Abend offiziell eröffnete, übernahm der Moderator die weitere Gestaltung des Abends.

Was mich schon zu diesem Zeitpunkt überraschte, war die unglaublich positive Energie, die zu jederzeit fast greifbar durch den Raum schwebte. Vor und nach jedem Beitrag donnerte schallender Applaus durch den Saal und jeder wurde in dem bestärkt, was er oder sie tat. Als es an die Redeprojekte ging, erhielt ich einen sehr persönlichen Einblick in die Gedankenwelt der Vortragenden. Je nach „Ausbildungsstand“ wurde entweder eine Rede nach den Anforderungen des jeweiligen Redeprojekts des Grundlagen-Handbuchs vorgetragen oder, wie im Fall einer Gastrednerin aus Berlin, ein Redeprojekt aus den Fortgeschrittenen-Handbüchern.

Nach einer kurzen Pause ging es direkt in den zweiten Teil des Abends. Als weiter Programmpunkt stand die spontane Rede auf dem Plan. Ich wurde schon in der Pause gefragt, ob ich es mir zutraue, eine Stegreifrede zu halten und sagte euphorisch aufgeladen sofort zu. Und so stand ich auf einmal vor den anderen Gästen und Toastmasters und hielt meine erste Rede zum Thema „Verwechselung bei einer Preisverleihung“. Am Anfang war es etwas holperig und ich nutzte mindestens drei Füllwörter, um in meiner Unsicherheit Zeit zu gewinnen, doch jedes einzelne wurde vermerkt. Erleichtert stand ich neunzig Sekunden später mit gehobenem Blick vor allen Anwesenden und nahm meinen Applaus dankbar in Empfang.

Für mich war zu diesem Zeitpunkt schon klar, das wird nicht der letzte Abend für mich hier gewesen sein. Mittlerweile habe ich schon die Hälfte aller Projekte aus dem Grundlagen-Handbuch abgeschlossen.

Mit jedem Besuch des Clubabends bei den Frankfurt (Oder) Toastmasters merke ich, wie meine schon guten sprachlichen Fähigkeiten besser wurden und immer noch werden. Doch nicht nur die rhetorischen Fertigkeiten werden bei den Toastmasters geschult. Durch das zweite Handbuch „Kompetente Führung“ konnte ich auch meine Management-Fähigkeiten weiter schulen. Mit jeder Aufgabe, die ich innerhalb der Toastmasters angenommen habe (Moderator, Füllwort-Zähler oder „Topic Master“-Stegreifredenleiter) lerne ich Neues, was ich auch im beruflichen Alltag anwenden kann. Seit meinem Vorstellungsgespräch ist fast ein halbes Jahr vergangen.

Den Job habe ich dadurch erhalten, dass ich auf der einen Seite überzeugende Fähigkeiten habe und auf der anderen Seite mich auch sprachlich gut verkaufen kann. Ich merke jeden Tag, wie mir die angelernten Fähigkeiten von Toastmasters Vorteile verschaffen. Mit dem Stand der Dinge gebe ich mich aber noch nicht zufrieden. Ich will meine Fähigkeiten weiter ausbauen und im Job weiter nach vorne kommen.

Dank Toastmasters weiß ich, dass ich dieses Ziel erreichen werde.

 

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Philipp Hennig