Das erste Mal von Toastmasters habe ich von meinem Teamleiter gehört. Er sagte „Geh mal zu den Frankfurt (Oder) Toastmasters, hör dir das an, das ist etwas für Dich“.

Frankfurt an der Oder kenne ich, aber Toastmasters, soll ich da kochen lernen? Also frage ich Google.

Seit 1924 gibt es die Organisation Toastmasters, in den USA gegründet, schon sehr alt, ein Rhetorik-Club!

Und was ist Rhetorik? Da lernt man zu reden vor Gruppen. Aha das passt. Als Finanzoptimierer muss ich mit fremden Menschen kommunizieren können und auf Ihre Fragen Antworten parat haben. Ich habe schon immer Probleme gehabt mit Fremden zu sprechen und auch das passende zu sagen.  Reden zu halten fiel mir auch immer sehr schwer, da flatterte mir immer das Herz und der Schweiß läuft wie ein Wasserfall an mir herunter. Und auch bei Fragen, die ich sofort beantworten soll, fällt mir meistens nichts ein, auch wenn ich es weiß. Also sagte ich mir „Geh hin und hör dir das erst einmal an“.

Der Tag war herangerückt, 18:30 Uhr. So ein Mist, jetzt geht es gleich los bei den Frankfurt (Oder) Toastmasters – „ich brauch positive Gedanken“.

Ich werde neue Menschen kennenlernen und werde auch noch Reden lernen. Als ich zum Treffen ging dachte ich, „hoffentlich fällt es aus“. Aber dieses Glück hatte ich nicht.

Als erstes suchte ich Jürgen Hall und fand ihn auch gleich. Er war nett und freundlich, auch all die anderen Toastmasters und Gäste. „Na das kann ja was werden“, dachte ich. „Was soll ich hier, ich will nach Hause.“ Da saß ich nun und hörte Jürgen Hall zu.

Eine Non-Profit-Organisation,  ach so, die wollen gar kein Geld von mir haben, das ist schon gut. Nur für die Unterlagen, das ist in Ordnung. Als Gast darf ich kommen, solange wie ich es möchte. Man spricht sich mit Vornamen an, das ist super.

Als ich mich vorstellen sollte, flatterte mein Herz, aber es ging und ich war erleichtert. Deshalb bin ich doch hier, damit mir das nicht mehr passiert. Die Reden der Teilnehmer waren gut. Soweit möchte ich in meiner Entwicklung auch eines  Tages sein. Der Abend ging schnell vorbei. Beim nächsten Mal durfte ich der Äh-Zähler sein. Darauf freute ich mich schon.

Als es soweit war, überhörte ich natürlich einige der verwendeten Füllwörter. Jürgen Hall sagte darauf „Du solltest nicht über den Text nachdenken, sondern auf die Füllwörter achten“. Beim nächsten Mal war ich wieder der Äh-Zähler und siehe da, es ging schon etwas besser. Aber es ist immer schwierig die Füllwörter zu hören und dann den Redner anzuklingeln. Ach so, die kleinen Beurteilungszettel – mir fällt immer nichts ein, was ich aufschreiben kann. Die anderen Toastmasters und Gäste schreiben so viel. Und wenn ich mir das dann durchlese sage ich mir öfters „ja so war es, aber mir ist das so nicht aufgefallen“.

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Als ich meine Eisbrecherrede (die Rede, um sich zu Beginn dem Club vorzustellen und das Eis zu brechen) halten sollte, war ich aufgeregt. Ich wusste erst gar nicht, was ich schreiben soll, mir fällt es immer schwer über ein Thema zu reden und es gibt so viel worüber man reden kann. Und dann auch noch die richtigen Wörter zu finden.

Auch da hat mir wieder Jürgen Hall geholfen. „Schreib was über deine jetzige Arbeit“. Gesagt getan. Ich schrieb meine erste Rede. Ich hab sie überstanden und war auch stolz auf mich. Ich bin hier richtig und werde weitermachen. Es ist einfach gut, dass es so eine Organisation und diese Ausbildung gibt. Leider gab es das nicht zu meiner Jugend. Dann wäre ich jetzt schon deutlich besser. In den Schulen sollte es von der ersten Klasse an Rhetorik als Schulfach geben. Damit, wenn die Schüler  älter sind, sie fließend reden können und keine Angst davor haben. Für die Arbeitssuche ist es auch gut. Wenn ich Dokumentationen über Kinder sehe und sie sprechen höre, würde ich am liebsten durch den Fernseher springen und den Kinder Reden beibringen. Was soll aus der Jugend nur werden. Auch wenn ich die Reden unserer Politiker höre, dann erkenne ich, wie nötig es auch Politiker haben. Es gibt wirklich wenige “Prominente“, die gut frei reden können.

Ich habe vor ein paar Wochen eine Reportage über Immigranten gesehen. Zu sehen  war eine junge Frau, die mit zehn Jahren nach Deutschland gekommen ist. Jetzt ist sie fünfzehn Jahre alt und spricht besser Deutsch als viele Deutsche. Sie sollte ein Vorbild für Kinder und auch für uns Erwachsene sein. Wenn ich jetzt mit anderen Menschen spreche, dann fällt mir immer auf wie viele Füllwörter sie benutzen. Bei mir ist das auch so, nur ist es dann meistens schon zu spät. Beim nächsten Mal wird es besser. Ich merke es jetzt schon, ich entwickle mich und werde immer besser und es fällt mir immer leichter die richtigen Wörter zu sagen. In meinem letzten Beruf brauchte ich nicht viel nachzudenken. Jetzt muss ich alles aufholen und da hilft mir Toastmasters.

Es fällt mir immer noch schwer zu den Frankfurt (Oder) Toastmasters zu gehen, vor Publikum eine Rede zu halten und vor allem eine Rede zu schreiben. Ich brauche immer zu lange. Aber je mehr ich übe, desto besser werde ich. Meine zweite Rede werde ich am nächsten Clubabend der Frankfurt (Oder) Toastmasters halten. Ich bin sicher, bis dahin ist die Rede fertig geschrieben und ich habe sie ausreichend geübt, um die Rede ohne Manuskript frei vorzutragen.

Abschließend möchte ich noch sagen.
Ich werde bei den Frankfurt (Oder) Toastmasters bleiben, es wird mir weiterhin helfen.

Besucht unsere Clubabende der Frankfurt (Oder) Toastmasters im Schroffensteins am Kleist Forum. Ihr werdet sehen, Lernen mit Freude – das ist Toastmasters.

 

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Dirk Margenfeld